Bürsten- und Heimatmuseum Schönheide

Hauptstraße 49
D-08304 Schönheide
Tel.: 037755/66638
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Öffnungszeiten:
Samstag, Sonntag und an Feiertagen
13.00 bis 18.00 Uhr
außer Umbau

Eintrittspreise

Gruppenbesuche nach Voranmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich
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Aktuell

Termin: 20.04.2019
14:00
 
31 days

Sonderausstellungen vom 20. April bis 20. Oktober 2019

350 Jahre Handwerker- Gesamtinnung Schönheide“, Jahrmarkt und Rummel in Miniatur – Modelle von Herbert Möckel


350 Jahre Handwerker- Gesamtinnung Schönheide

Rund 20 Jahre nach dem Ende des 30ig jährigen Krieges, die Wirtschaft in den deutschen Ländern begann sich wieder zu erholen, gründete die Schönheider Handwerkerschaft eine eigene Innung.
Hauptinitiator waren die Schwarzblechklempner, auch Röhrenmacher genannt. Sie hatten sich bereits einige Jahre zuvor der Eibenstocker Innung angeschlossen, konnten dann aber wohl auch die anderen Schönheider Handwerker von den Vorteilen einer eigenen Innung überzeugen.
So regelt der in der Kanzlei des Kurfürsten Johann Georg dem Anderen ausgestellte Innungsbrief, in insgesamt 73 Artikel für die verschiedenen Berufsgruppen, Rechte und Pflichten der zünftigen Handwerker und Befugnisse der Innung, z.B. die Lehrzeit, Meisterwerdung, Qualitätskontrolle oder auch das Begräbnis eines verstorbenen Handwerkers betreffend. Am 7. September 1669 schlossen sich folgende Gewerke zur Schönheider Handwerker- Gesamtinnung zusammen:
Schneider, Zeugwirker, Leineweber (13 Artikel)
Zimmerleute, Tischler, Böttger, Wagner, Maurer (17 Artikel)
Schmiede, Röhrenmacher (8 Artikel)
Bäcker (12 Artikel) Fleischer (17 Artikel) Schuhmacher (6 Artikel)
Im Verlauf des 19 Jahrhunderts verloren die Handwerkerzünfte ihre Bedeutung, waren gar einer zeitgemäßen Gewerbeentwicklung im Wege. So verhinderte die Röhrenmacherzunft, dass aus dem einstmals prosperierenden Schwarzblechhandwerk eine Blechwarenindustrie werden konnte. Diese entstand dann, unter Mithilfe Schönheider Schwarzblechklempner, im Raum Lauter/ Bernsbach/ Beierfeld.
Waren auch die alten Zunftordnungen so nicht mehr zeitgemäß, bot der wirtschaftliche Aufschwung am Ende des 19 Jahrhunderts auch Chancen für das Handwerk. Gewerbefreiheit, Bauboom, technischer Fortschritt und Bevölkerungswachstum verhalfen ihm zu neuer Blüte und neuen Gewerken wie z.B. Installateur, Mechaniker oder Elektriker.
So ist das Handwerk bis heute eine wichtige Säule im Gewerbeleben von Schönheide.
Die Sonderaustellung zeigt in insgesamt 13 Vitrinen Urkunden, Meisterbriefe, Fotos, Rechnungen, Werkzeug und Produkte aus 4 Jahrhunderten Schönheider Handwerk.
Besondere Stücke sind dabei die Gründungsurkunde von 1669, Blechschilder mit den Zunftzeichen, die bei Beerdigungen an den Leichenwagen gehängtJahrmarkt und Rummel in Miniatur – Modelle von Herbert Möckel wurden oder eine Gesellenfahne von 1889.

Jahrmarkt und Rummel in Miniatur – Modelle von Herbert Möckel
Eine weiter Sonderschau zeigt in diesem Zeitraum bewegliche und beleuchtete Rummelplatzmodelle, insbesondere von Herbert Möckel aus Rodewisch.