Bürsten- und Heimatmuseum Schönheide

Hauptstraße 49
D-08304 Schönheide
Tel.: 037755/66638
E-Mail:

Öffnungszeiten:
Samstag, Sonntag und an Feiertagen
13.00 bis 18.00 Uhr
außer Umbau

Eintrittspreise

Gruppenbesuche nach Voranmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich
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Aus dem Museumsleben

< Oktober 2015 - Tag des traditionellen Handwerks
28.11.2015 00:00 Alter: 3 yrs

Dezember 2015 - Weihnachtsausstellung

Weihnachtsausstellung 28. Nov. 2015 bis 28. Feb. 2016


Ausstellungsplakat einschl. Dowload

 

„Flachschnitzereien aus Grünhainichen - Figuren der Firma Emil Helbig

 

Die diesjährige Weihnachtsausstellung im Bürsten- und Heimatmuseum Schönheide besteht erstmals aus Leihgaben, und zwar fast ausschließlich aus dem Fundus der Firma Emil Helbig. Diese Ausstellung feierte ihre Premiere bereits im Jahre 2013. Sie wurde anlässlich des 80. Firmenjubiläums im Spielzeugmuseum Seiffen gezeigt.
Der ehemalige Fachschullehrer Emil Helbig gründete im Jahre 1933 im Spielwarendorf Grünhainichen, bekannt auch für die Engel von Wendt und Kühn, seine Firma für Kunstgewerbliche Schnitzerei. Als „marxistisch gesinnt“ eingestuft, wurde er davor von den Nazis aus dem Dienst an der Gewerbeschule entfernt und am 17 März inhaftiert. Nach der Entlassung aus dem KZ Sachsenhausen war er gezwungen, sich eine neue Tätigkeit zu suchen. So entschloss er sich, den schwierigen Weg in die Selbstständigkeit zu gehen. Zunächst wurden Spielzeuge wie Steckenpferde oder Fahrtiere, später Auftragsarbeiten wie Leuchter, Krippen oder Pyramiden gefertigt. 1935 stellte die Firma erstmals auf der Leipziger Messe aus, mittlerweile auch bereits mit einem großen Sortiment an geschnitzten Figuren. Die Spezialisierung auf die später für Helbig typischen Flachschnitzereien entstand durch ein Unglück. Bei der Lieferung von 100 Stück „Weißer Hirsch mit Blumenkind“ zerbrachen alle Hirsche, nur das flachgeschnitzte Blumenkind blieb heil. So baute man nach überstandenen Finanzproblemen das Sortiment an Miniaturfiguren beständig aus - Tiere, Kinder, Zwerge, Krippenfiguren, Engel, Weihnachtsmann, auch als kleine Szenerien. Geschnitzt mit wenigen, präzisen Schnitten, dezent und doch farbenfroh bemalt sind die Helbigfiguren nahezu einmalig und haben einen hohen Wiedererkennungseffekt.
Der dadurch bedingte wirtschaftliche Erfolg, zum Teil mit fast 40 Mitarbeitern, hielt auch nach dem Ende des 2. Weltkriegs an. Mittlerweile hatte der Sohn Walther die Leitung übernommen. 1972 wurde die Firma zwangsverstaatlicht, Walther Helbig blieb als Betriebsleiter. 1991 gründete er mit 72 Jahren die Firma neu. Seine Tochter Bettina Bergmann stieg damals ebenfalls in die Firma ein und führt sie bis heute weiter.
Zu sehen sind neben den bereits beschriebenen Figuren auch Pyramiden, Krippen und bildhauerische Arbeiten, z.B. aus Emil Helbigs Zeit als Modelleur in der Porzellanmanufaktur Meissen.

Das gesamte Museum ist weihnachtlich geschmückt.
Eine große Gartenbahn dreht ihre Runden.