Bürsten- und Heimatmuseum Schönheide

Hauptstraße 49
D-08304 Schönheide
Tel.: 037755/66638
E-Mail:

Öffnungszeiten:
Samstag, Sonntag und an Feiertagen
13.00 bis 18.00 Uhr
außer Umbau

Eintrittspreise

Gruppenbesuche nach Voranmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich
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Aus dem Museumsleben

< Februar 2016 - Dampfwochenende
30.04.2016 11:05 Alter: 3 yrs

Mai-Oktober 2016 - 450 Jahre Schönheiderhammer

'Ununterbrochen' Sonderausstellung vom 30. April bis 16. Okt. 2016


Eines der traditionsreichsten Unternehmen des westlichen Erzgebirges feiert in diesem Jahr seinen 450sten Geburtstag.

Laut Ortschronist Ernst Flath wurde dem Pächter des Vorwerks Schönheide namens Georg Blöde am 27. 2. 1566 die Konzession zur Errichtung eines Eisenhammers auf besagtem Vorwerksgelände erteilt.

Eine erste Blüte erlebte das Werk dann unter dem Besitz der Familie Siegel. Sie führte den Betrieb zwischen 1584 und 1707. Hochofen, Blechhammer und Zinnhaus wurden eingerichtet. Die Bleche vom Schönheiderhammer bildeten die Grundlage der Schwarzblechklempnerei in Schönheide und der Flaschnerei (Weißblechner) in Eibenstock.

1826 übernahmen die Edlen von Querfurth das Hammerwerk. Unter ihrer Leitung wurde es nach und nach in eine Eisengießerei umgewandelt. Konkurrenzfähig blieb man durch die Fertigung von speziellen Gusserzeugnissen, z.B. Kunst- und Ofenguss, Spezial- Roststäbe, Hohlguss (im Werk emailliert) und nicht zuletzt Temperguss. Beim Tempern werden Gussteile in besonderen Öfen noch einmal geglüht, um ihnen dabei Kohlenstoff zu entziehen. Nach mehrjährigen Versuchen gelang dies in Schönheiderhammer 1866, erstmals in Deutschland, also vor 150 Jahren.

Temperguss prägt den Betrieb bis heute. Produziert werden einbaufertig bearbeitete Ausgleichsgehäuse für Fahrzeughersteller wie VW, Opel und Renault.


Die Ausstellung bietet einen Überblick über die Entwicklung des ältesten ohne Unterbrechung tätigen Eisenwerks in Deutschland. Gezeigt werden z.B. interessante Exponate aus dem Betriebsarchiv wie Hammerwerksansichten, Musterkoffer oder eine handgemalten Karte „Eisen im Erzgebirge“. Es werden Einblicke in den Betrieb von alten Hochöfen, Kupolofen und Temperei gewährt. Nicht zu vergessen auch die museumseigene Sammlung von gusseisernen Öfen und Produkten aus Stabeisen und Schwarzblech.